Sonntag, 17. September 2017

Asiatische Küche

Sie ist leicht, bekömmlich und abwechslungsreich. Und sie stellt jede Diät in den Schatten. Wer sich gerne gesund ernährt, findet in der asiatischen Küche ein breites Spielfeld verschiedener Geschmacksrichtungen und Aromen.
Asien ist groß, und entsprechend unterschiedlich sind die Kochgewohnheiten von China über Thailand und Vietnam bis Japan. Völlig zu schweigen von der indischen Küche, die eine ganz eigene Geschmackswelt bildet. Dennoch gibt es Grundprinzipien, die die asiatische Küche von der europäischen unterscheidet. So ist der Reis als Basis allen Ländern gemeinsam. Aber Reis ist nicht gleich Reis. In Thailand sind Langkorn- und Rundkornsorten beliebt. Sehr schmackhaft ist der leicht mit Jasmin aromatisierte Duftreis. Eine weitere Gemeinsamkeit: Milchprodukte kommen nicht vor. Statt aus Sahne oder Crème fraîche mit mindestens 30 Prozent Fett bestehen Saucen in Asien aus Kokosmilch (circa 15 bis 20 Prozent Fett), aus Soja-, Fisch- oder Austernsauce. Statt Salz und Pfeffer wird mit Knoblauch, Ingwer, Koriander, Kreuzkümmel, Zitronengras, Minze, verschiedenen Basilikumsorten und anderen Kräutern gewürzt.

Haben Sie heute schon Reis gegessen?

Insgesamt ist die asiatische Küche leichter als die europäische. Beim Kochen wird weitgehend auf Fett verzichtet, beim Anbraten kommen pflanzliche Öle wie zum Beispiel Sonnenblumenöl in den Wok. Kein Wunder also, dass Asiaten meist schlank sind – obwohl das Essen in Asien einen so wichtigen Stellenwert einnimmt. Die Speisenfolge nach Geschmacksrichtungen wie sauer, bitter, süss, salzig und Es beginnt mit den Gewürzen: Wenn der Koriander gehackt und der Kreuzkümmel zermahlen wird, wenn sich Ingwer, Zitronengras oder frische Minze dazugesellen, breitet sich ein exotischer Geruch aus – willkommen in der asiatischen Küche. Seit Jahrzehnten sind chinesische Restaurants in jeder Großstadt zu finden. In den letzten Jahren auf dem Vormarsch ist dagegen die südostasiatische Küche mit Wok-Gerichten aus viel frischem Gemüse, Fleisch, Fisch und Reis. Beliebt ist auch Sushi – obwohl dieser Snack in Japans variantenreicher Küche eher als Schnellessen gilt.

Knackiges Gemüse und wenig Fett

Immer angesagter wird es, zu Hause asiatisch zu kochen. Für viele gehört ein Wok längst zur Küchenausstattung. Ein Wok ist Pfanne, Kochtopf und Dampfgarer in einem – und manchmal auch ein Sportgerät. Beim Pfannenrühren zum Beispiel werden die Zutaten mit wenig Fett unter ständigem Rühren besonders schonend zubereitet. Frisches Gemüse bleibt im Wok knackig, Geschmack und Farbe der Lebensmittel bleiben erhalten. Viele Wok-Rezepte sind nicht besonders aufwändig. Wer die Basis eines Thai-Currys verinnerlicht hat, kann bald verschiedene Curry-Varianten brutzeln, ohne dabei nur einen Blick ins Kochbuch werfen zu müssen. Die Grundzutaten sind Sojasauce, Kokosmilch und Curry-Paste, die man selbst herstellen oder fertig kaufen kann. Scharf ist fast eine Philosophie, und das Thema Essen findet sich sogar in Grußformeln wieder. So ist es in Thailand üblich, sich mit den Worten „Haben Sie heute schon Reis gegessen?“ zu begrüßen. Thailänder essen am liebsten über den ganzen Tag verteilt – aber keine Riesenportionen, sondern in kleinen Einheiten und dabei meist kalorienarm und gesund.

Langsamer Genuss

Asiatinnen kennen kaum Wechseljahresbeschwerden, auch Osteoporose und Arteriosklerose sind bei ihnen weniger verbreitet als bei uns. Einer der Gründe: Die in Asien beliebten Sojaprodukte enthalten hormonähnliche Phyto-Östrogene, die Hitzewallungen und Schweißausbrüche reduzieren sollen und sich positiv auf den Knochenstoffwechsel auswirken. Ebenfalls gut für die Gesundheit ist, dass in Asien mehrmals pro Woche Fisch gegessen wird. Fisch versorgt den Körper mit Omega-3- Fettsäuren – damit lässt sich das Herzinfarktrisiko senken. Nicht zu vergessen die Esskultur. Das Essen mit Stäbchen trägt dazu bei, die Mahlzeit langsam zu genießen. Das Sättigungsgefühl stellt sich schneller ein, weil man Zeit hat, zwischendurch auf den Körper zu hören. Von der asiatischen Küche können wir also eine Menge lernen. Wer oft asiatisch isst oder sich die Grundprinzipien der asiatischen Küche zu eigen macht, hat schon viel für seine Gesundheit getan.
Quelle: Irina Buck